Lernen Sie die Genotypen kennen

Lernen Sie die GenoTypen kennen

Lassen Sie uns diese GenoTypen näher anschauen. Welche Möglichkeiten des menschlichen Überlebens sind in diesen genetischen und vorgeburtlichen Mustern kodiert?

Bevor ich Ihnen die GenoTypen vorstelle, möchte ich Sie vor zwei weitverbreiteten Missverständnis­sen warnen.

Erstens haben die GenoTypen in keiner Weise etwas mit ethnischen Mutern zu tun. Sie haben sich anscheinend zehntausende von Jahren vorher entwickelt, bevor die ethnischen Rassen entstanden. Mit Ausnahme des GenoTyps Normade, der anscheinend mehr als durchschnittlich Rothaarige hat, gibt es keine statistischen Muster, die mit Ethnik, Hautfarbe, Augenfarbe, Haarstruk­tur, Haarfarbe, Informationsmarker über Vorfahren, mitochondraler DNS, DNS des Y-Chromosoms und einem Bündel von weiteren Genmerkmalen mit viel technischeren Namen korrelieren. Am Ende konnte ich nur ein paar schwache Verbindungen zu einigen Informationsmarkern von Vorfahren finden aber keinerlei Korrelation zu ethnischen Rassen – überhaupt keine. Ganz genauso wie jeder emotional oder optimistisch sein kann, kann jeder einer der GenoTypen sein, völlig unabhängig von seiner Zugehörigkeit zu einer Rasse oder Ethnik oder von wem er abstammt. (Um es noch einmal ganz deutlich zu machen, niemand kann diese Theorie dazu benutzen, um zu „beweisen“, dass irgendeine ethnische Gruppe einer anderen überlegen ist.)

Zweitens: Obwohl ich glaube, dass es sinnvoll ist, darüber zu spekulieren, wie sich diese GenoTypen entwickelt haben, habe ich nicht wirklich das archäologische oder anthropologische Wissen, um diese Geschichte zu entwickeln. Ich weiß, dass jetzt sechs GenoTypen existieren, und ich kann ableiten, wie sie entstanden, aber diese Ableitung ist nicht wirklich bewiesen. Das liegt daran, dass ich rückwärts gearbeitet habe – ich habe die jetzt existierenden sechs GenoTypen identifiziert und dann darüber spekuliert, wie sie entstanden sein können. Jemand anderes muss den Rest der Arbeit machen. Inzwischen brauchen Sie bloß eines zu wissen: Wenn Sie nach der richtigen Ernährung für ihren GenoTyp richten, können Sie Ihre Chance auf Gesundheit, Vitalität und Ihr ideales Gewicht exponentiell vervielfachen.

Lassen Sie uns also die GenoTypen kennenlernen. Sie werden über jeden in Teil 3 sehr ausführlich lesen, aber hier haben Sie eine Vorschau, die klar zeigt, dass jeder GenoTyp eine einzigartige Überlebensstrategie darstellt. Für mich sind es leicht erkennbare Archetypen, die sich den Herausforderungen des altsteinzeitlichen und neusteinzeitlichen Planeten stellen. Jeder GenoTyp hat einzigartige Stärken, die ihm Vorteile verschaffen, wenn es zu Nahrungsknappheit, Klimaveränderung oder ansteckenden Krankheiten kommt, und jeder von ihnen hat auch seine einzigartigen Schwächen.

GenoTyp 1: Der Jäger

Er ist eine der frühsten Überlebenskonzepte auf die Herausforderung des menschlichen Überlebens. Verursacht durch eine Vielzahl von überwältigenden Umweltherausforderungen – Hunger, Klimaveränderungen, infektiöse Krankheiten – zeigt der Jäger das Beispiel einer reaktiven Lösung, eine schnelle, kraftvolle Antwort auf jede potentielle Bedrohung. „Erst schießen und dann fragen“ könnte das Motto sein. Der Vorteil: Ein Immunsystem, das schnell agiert um Mikroben, Viren und Bakterien anzugreifen, die tödlich sein können. Der Nachteil: Das sehr leicht reagierende Immunsystem führt manchmal zu Überreaktionen in Form von Allergien, Asthmaanfällen und anderen entzündlichen Zuständen. Manchmal, wie bei der viralen Gastroenteritis, zu der ebenfalls eine Neigung besteht, greift das Immunsystem das eigene Gewebe an bei dem Versuch, die Eindringlinge zurückzuschlagen, und verursacht so mehr Gesundheitsprobleme als es löst. Ein weiterer Nachteil des Jägers ist das Unvermögen, Getreide und einige andere Arten von Lebensmittel zu verdauen – dafür ist ihr System einfach nicht ausgelegt. Deswegen beruhigt unsere GenoTyp 1 Ernährung für Jäger das Immunsystem und hält sie fern von den „reaktiven“ Proteinen – Lektinen und Glutenen - , die ihnen wahrscheinlich schaden würden.

GenoTyp 2: Der Sammler

Wenn Sie eine Hungersnot überstehen müssen – und viele unserer Vorfahren mussten das – dann ist der GenoTyp 2 dafür geschaffen, dass Sie das schaffen. Sammler haben Spar-Gene, deren Hauptziel es ist, buchstäblich jede verdaute Kalorie verzweifelt zu speichern. Wenn das Motto des Jägers ist „erst schießen, dann fragen“, dann lebt der Sammler nach dem Motto „wer stirbt mit den höchsten Gewinnen“. Sammler lernen in der Gebärmutter, dass nicht viel Nahrung zu haben ist, wenn sie raus­kommen, deswegen hat ihre Stadtratsitzung schnell ein System ausgearbeitet, bei dem Nahrungsbe­wahrung die höchste Priorität hatte. Der Vorteil dieses Vorgehens ist offensichtlich: Man bleibt am Leben und ist in der Lage, Kinder zu bekommen. Der Nachteil ist genauso offensichtlich: In einer Gesellschaft im Überfluss neigen Sammler zu Fettsucht und Diabetes. Viele meiner Sammler-Pati­enten versichern, dass sie ihre Kalorien-Einnahme fast auf Hunger-Niveau reduziert haben – und trotzdem können sie nicht abnehmen. Kein Wunder: Je mehr sie hungern, um so mehr besteht die Stadtratsitzung darauf, Vorräte anzulegen! Unsere GenoTyp 2 Diät hilft Sammlern, den trägen Stoff­wechsel auf Touren zu bringen und wieder ihr ideales Gewicht zu erreichen, das Risiko von Diabetes zu reduzieren und die negativen Konsequenzen der Fettsucht umzukehren.

GenoTyp 3: Der Lehrer

Der Lehrer verkörpert die dritte grundlegende Reaktion auf eine herausfordernde Umwelt: Die Selbst­losigkeit. Das Motto des Lehrers ist „All you need is love“, und ihr Immunsystem spiegelt das wieder. Vielleicht weil dieser GenoTyp sich entwickelt hat, als Völker auf Wanderschaft waren und in einer vielgestaltigen Umwelt lebten, sind Lehrer in der Lage, unbekannte Bakterien, Viren und Mikroben zu ertragen ohne die überreizten Symptome des Jägers zu bekommen. Leider empfangen sie manchmal ansteckende Elemente mit offenen Armen, die sie besser abwehren sollten. Lehrer können lange Zeit ohne Symptome leben und dann feststellen, dass sich in ihrem Körper seit Jahren Verdauungspro­bleme, Lungenerkrankungen oder sogar Krebs entwickelt hat. Unser Ziel für Lehrer ist es, Magen, Darm und Lungen vor dem Verschleiß durch die Umwelt zu schützen. Wir wollen ihre guten Bakterien gesund und zahlreich erhalten, damit sie die Krankheit verursachenden „schlechten“ Bakterien, Pilze und Viren hinausdrängen. Außerdem wollen wir ihre Immunabwehr wirksamer machen, indem wir ihnen mit Nahrungsmitteln, Ergänzungsmitteln und Lebensweise beibringen, sich besser zu schützen und zu unterscheiden.

GenoTyp 4: Der Forscher

Die ersten drei GenoTypen entwickelten sich wahrscheinlich bei unseren Urahnen vor 50.000 bis 75.000 Jahren. Der Forscher ist ein neueres Model, vielleicht etwa 20.000 bis 30.000 Jahre alt. Wie die Jäger sind sie reaktiv, aber anders als Jäger sind sie sehr eigenwillig und reagieren auf manche Umweltbedrohungen sehr stark und auf andere überhaupt nicht. Wenn Sie beispielsweise einer von denen sind, die keinen Kaffee trinken können, weil Sie sonst die ganze Nacht kein Auge zu tun können, dann sind Sie fast mit Sicherheit ein Forscher. Ich weiß nicht, ob Frank Sinatra ein Forscher war, aber er hat ihr Motto bekannt gemacht, nämlich „ich mach’s auf meine Art“ (I did it my way). Meine Theorie ist, dass man in jeder Gruppe ein paar Leute braucht, die die Dinge völlig anders machen, damit jemand da ist, der eine Alternative bieten kann, wenn sich herausstellt, dass die Mehrheit falsch liegt. Forscher können das – aber manchmal stehen sie einfach immer im Gegensatz. Sie sind öfter Linkshänder, Rhesus negativ uns assymetrisch: Ihre linke und rechte Seite stimmen nicht überein, sogar bei den Fingerabdrücken. Sie haben anscheinend ihre eigene Art, Nahrung zu verdauen, auf Krankheiten zu reagieren und mit einer sich ständig verändernden, unvorhersehbaren Umwelt zurechtzukommen. Für mich sind sie wie die Flüchtlinge vor der Eiszeit, die ständig aus der Heimat vertrieben werden, weil sie versuchen, dem Eis zu entkommen. Sie hatten niemals die Chance, in eine stabile Beziehung mit der Umwelt zu kommen, deswegen konnten sie nicht die umfassende Reaktivität des Jägers hervorbringen. Sie passten ihre Reaktionen entsprechend an, aber auf eine unvorhersagbare und manchmal unerklärbare Weise. In der Jetztzeit entstehen sie anscheinend durch eine sehr instabile vorgeburtliche Umwelt (Assymetrie ist normalerweise ein Zeichen dafür) und sie haben schon in der Gebärmutter herausgefunden, dass sie sich an stark verändernde Bedingungen anpassen müssen. Ihr Vorteil ist, dass sie gut darin sind. Ihr Nachteil ist, dass merkwürdige Dinge wie Kaffee sie für Stunden aus der Bahn werfen können. Unser Ernährungs­ziel für sie ist, dass sie eine ruhigere und stabilere Reaktion auf die Welt entwickeln, so dass sie vor ihren eigenwilligen aber verletzlichen Achillesfersen geschützt werden.

GenoTyp 5: Der Krieger

Ähnlich wie der Sammler ist der Krieger ein Spar-GenoTyp, aber meiner Meinung nach ist auch er ein neuerer GenoTyp, vielleicht zwischen der jungsteinzeitlichen Revolution (etwa 11.000 vor Chr., Anfänge der Sesshaftigkeit, Bodenbau, Tierhaltung, Keramik, etc.) und dem Eisenzeitalter (beginnt etwa 2.000 vor Chr.) entstanden. Statt die überwältigende Sparsamkeit des Sammlers zu zeigen, der lede Kalorie hortet, die ihm in die Finger kommt, ist der Krieger selektiver. Wenn er körperlich aktiv ist, dann läuft sein Stoffwechsel auf Hochtouren. Wenn er jedoch eine sitzende Lebensweise führt, dann neigt er dazu, mit alarmierender Geschwindigkeit zuzunehmen. Ich habe ihn Krieger genannt, aber vielleicht wäre Kriegs-Überlebender der korrektere Name gewesen: Ich meine, dass der Krieger sich durch die Knappheit nach der Jungsteinzeit entwickelt hat, als die landwirtschaftliche Technik noch auf sehr niedrigem Niveau war, der Handel sehr beschränkt war und es gewaltige Zerrüttungen gab wegen der Kriege und dem Start der „Zivilisation“. In unserer frühen Geschichte waren die meisten Katastrophen natürlichen Ursprungs; aber nun entstanden die ersten Katastrophen menschlichen Ursprungs – Kriege, Eroberungen – und ich meine, der Krieger war unter den ersten Überlebenden. Die Überlebenden dieser Kriegergesellschaft mussten oft eine große Zahl Kinder produzieren, die wiederum schnell erwachsen werden mussten. Ihr genetisches Erbe ist eine Art Photokopierer, der viele Kopien produziert, die jedes Mal verschwommener und weniger zuverlässig werden. Auf der anderen Seite haben die rauen Bedingungen dieses Lebens als Überlebender dem Krieger eine bemerkenswerte Stärke gegeben: Ausdauer, Durchhaltevermögen. „Die Zeit vergeht im Fluge, wenn man Spaß hat“ könnte das Motto sein – aber Gott sei Dank können wir mit der GenoTyp-Diät eine Menge tun, um Leben, Gesundheit und Vitalität zu verbessern. (Ich habe ein begründetes Interesse in dieser Sache, weil ich selbst ein Krieger bin!)

GenoTyp 6: Der Nomade

Auch der Nomade ist ein neuer GenoTyp. Seine Überlebensstrategie besteht aus einem Leben auf Reisen, in dem er mit verschiedenen Umgebungen in Kontakt kommt und mit einer großen Vielfalt von Herausforderungen zurecht kommen muss. Einige der ersten Völker, die ein Wanderleben auf dem Rücken der Pferde entwickelt haben, bewegten sich als Nomaden schnell über weite Landstriche und durchstreiften sehr verschiedene Klima- und Geländezonen. In so einem Leben hat eine einzelne Überlebensstrategie nur einen begrenzten Wert, und es würde sich nicht auszahlen, zu reaktiv gegen einen speziellen Umweltfaktor vorzugehen. Man müsste Toleranz lernen, aber eine begrenzte Tole­ranz, indem man nur manches von der Umwelt aufnimmt und zumindest einige Zeit den Schutz bewahrt. „Eine neue Karriere in einer neuen Stadt“ ist das Motto des Nomaden, und ähnlich wie beim Lehrer ist seine Reaktion auf die Umwelt mehr in Richtung Uneigennützigkeit und Toleranz.

Er ist jedoch etwas selektiver als der Lehrer und etwas besser darin, feindliche Eindringlinge wie Mikroben und Bakterien herauszufiltern. Den Preis, den der Nomade für seine selektivere Immunität zahlt ist eine problematische Verbindung zwischen dem Immunsystem, dem Herz-Kreislauf-System und dem Nervensystem, was zu einem Mangel an Koordination zwischen den drei Systemen führt. Das macht den Nomaden anfällig für spezifische Gesundheitsprobleme wie chronische Vireninfek­tionen, schwächende, langfristige Müdigkeit und Gedächtnisprobleme. Obwohl das mit Sicherheit körperliche Probleme sind, sind sie oft das Ergebnis von einer viel tiefer liegenden Trennung zwischen Geist und Körper des Nomaden. Wenn Nomaden allerdings gut in Funktion sind, haben sie normaler­weise wunderbare Fähigkeiten, ihren Körper durch Visualisierung, Meditation und Entspannung zu heilen. Stress kann verursachen, dass die normalerweise vorhandene Verbindung zwischen Körper und Geist getrennt wird, so dass das Körpersystem außer Kontrolle gerät. Hier ist unser Ziel, die wenigen Stellen zu verteidigen, an denen das Immunsystem des Nomaden anfällig ist, und die Kommunikation zum Körper zu verbessern.